29.07.2014


Viele Nevigeser sind mit den Nerven am Ende, weil sie sich jahrelang falsch ernährt haben (und alle alten Kochbücher nix mehr wert sind). Rinderrouladen mit Rotkohl und rahmengenähte Budapester aus Leder sind plötzlich bestenfalls nur noch peinlich. Aktuelle Pflichtlektüre im Schaufenster der Buchhandlung Rüger. Fußgängerzone.

28.07.2014

Immer mehr Menschen aus ganz Europa empören sich über die Absicht der Velberter Obrigkeit, den  Baum am Brunnen in Neviges abzusägen. Der beste Rettungsvorschlag kommt aus Spanien. Verblüffend einfache, geniale Idee. Besser (und schöner) geht nicht.
Wenn die Tagestouristen weg sind, machen es sich die Einwohner gemütlich. Hübsch gedeckter Tisch auf dem historischen Kirchplatz in 42553 Neviges. Besonders beliebt aktuell – Salat. Passt zu jedem Stück Fisch oder Fleisch, ist aber zur Zeit nicht einfach zu kriegen, weil der Fachhandel für Grünzeug gerade gemeinsam Urlaub macht.

Gibts nicht überall, aber in 42553 Neviges. Hagelneue, aber viel älter aussehende Röhrenhose mit hübschen Applikationen und Öffnungen. Sehr eng, sehr aktuell und sehr preiswert – wenn man bedenkt, was das gute Stück alles ertragen musste, bis es so aussah. Damen- und Herrenboutique in der Fußgängerzone neben dem alten Schuhladen.

27.07.2014


Geldspielautmat für die ganz Kleinen. Funktioniert wie die Dinger für die Großen in den Nevigeser Kneipen, die bekanntlich erst ab 18 mit Geld gefüttert werden dürfen: Manchmal kommt was raus, manchmal nicht – weil oft irgendwas klemmt. Nähe Araltanke.

Der erste Urlauber ist zurück – und  überglücklich wieder im Dorf zu sein: "Die Schweiz war schön, Neviges ist viel schöner". Vorbildliche Einstellung, die sich vermutlich schnell ändert, wenn er Montag wieder am Herd steht. Heimkehrer im Restaurant Piazza (bequemste Stühle im Dorf) in der leergefegte Fußgängerzone gestern Abend.

Moderne Anrichte mit Zeichen 286 StVO (eingeschränktes Haltverbot) auf dem historischen Kirchplatz in Neviges (zur Zeit Baustelle). Sehr laut werktags von 7 bis 16 Uhr, samstags und sonntags zwischen 9.30 und 9.45 Uhr – und wenn die Kirchturmuhr nicht kaputt ist (Gebimmel rund um die Uhr). Schöne Ecke für Schwerhörige.
Der kleine Frisörladen (zuletzt Mopedmuseum, davor Touristinfoladen) von Frau Wegemann ist vermietet. Heißt "Bi Ra Sch Ko" und verkauft demnächst selbst hergestellte Deko und Handarbeiten. Wer will, kann Regalfläche mieten und eigene Sachen verkaufen – lassen. Geht los, wenn die Handwerker weg sind. Fußgängerzone am Brunnen (wird bald flachgelegt).

26.07.2014


Viele Einwohner können sich keine Urlaubsreise leisten, weil es in 42553 Neviges kaum richtige Jobs gibt. Der Einzelhandel hat keine, die Gastronomie hat keine, die Stadt schließt eher irgendwas, bevor jemand eingestellt wird, und die Investoren investieren in Steine und nicht in Leute. Gemütliche Bank mit Blick auf den Sandkasten vor Schloss Dauerbaustelle. Meeresrauschen (sanft) gibts bei iTunes.

25.07.2014


Ästheten und Designer rümpfen die Nase, alle anderen setzen sich einfach drauf: Der Monobloc ist Neviges beliebtester Stuhl. Steht in fast jedem Garten, auf vielen Balkons und Terrassen – und überall in der Fußgängerzone. Kostet fast nix, hält ewig, ist leicht, und könnte durchaus schöner sein, wenn den Designern etwas einfallen würde. Ein paar Beispiele gibts hier. Minigolfplatz.
Minigolfbrett und Minigolfaschenbecher für Schwerstabhängige, die ohne Zigarette keine vernünftige Runde hinkriegen. Schönes, zeitloses Design, gutes Material, und vermutlich im Fachhandel nicht zu kaufen. Der Platz von Uwe Binder ist weit über Neviges hinaus bekannt. Wer unter 18 ist, kann ab Montag das Minigolfsportabzeichen erwerben ...

Aktuelle Parkgebühren für 60 Minuten in Europa: Berlin Mitte 3 Euro, Amsterdam Mitte 5 Euro, Neviges Mitte 0 Euro, vom Domparkplatz (in privater Hand) mal abgesehen. Billiger gehts nirgendwo. Aber, und das ist wirklich komisch: es kommt fast niemand. Parkplatz mit Blick auf den weltbekannten Mariendom, Elberfelder Straße.

24.07.2014


Pizza essen und Schuhe gucken war mal, Pizza essen und Leerstand gucken – ist. (Schuhe sind jetzt im Schleckerladen, Laden ist jetzt im Internet.) Besonders bequem und löblich: Die Stühle. Kein Plastikmüll, wie sonst überall – sondern gepolstert. Besonders lecker: Die Pizza mit Parmaschinken, frischen Tomaten und Rucola. Elberfelder Straße, Eliaspassage.

23.07.2014


Wer Neviges (in Niederberg) mit dem Rad erkundigen will, braucht eine gute Gangschaltung, etwas Kondition, und schon ist es viel schöner als auf dem flachen Land. Berg rauf ist immer auch Berg runter. Die besten Routen kennt das Touristenbüro am Brunnen, die beste Wegzehrung, nämlich frisches Obst, gibts beim Gurkenkönig nebenan (urlaubsabwesend).

Bügeln kann wunderbar gemütlich und entspannend sein, wenn Bügelbrett und Bügelstuhl ein nettes Kleid tragen – und die Einstellung stimmt. Glas Tee (Glas Wein) schöne Musik, ein Hörbuch, Zigarette danach ... helfen über den größten Berg. Nevigeser Bügelzimmer im Bahnhofsviertel. Gute Bügeleisen gibts in übrigens bei Gassmann und im Elektroladen neben Rossmann.

22.07.2014


Überragende Architektur, wunderschöne Rosen-Fenster (wer putzt die eigentlich?), phantastisches Licht, märchenhafte Stille, erfrischende Kühle: Der Nevigeser Mariendom von Gottfried Böhm ist der beste Ort, um der Bullenhitze im Dorf stilvoll zu entkommen. Eintritt frei, täglich geöffnet ab 6.30 Uhr, sonntags ab 8.30. Neviges Mitte, unterhalb der Staubsaugerfabrikantenvilla.

Der Kundenparkplatz vor Aldi + Edeka in Rosenhügel: Sieht langweilig aus, macht aber Angst. Nicht den Nevigesern (die kaufen wie bekloppt da ein), aber dem Einzelhandel in der Fußgängerzone – von dem sich die Kunden nach und nach verabschieden. Besonders toll bei Edeka: Die Kassen. Nicht moderner als im Dorfsupermarkt – aber besetzt.

21.07.2014


Alle lieben ihn, obwohl er scheiße aussieht – und nicht ganz dicht ist. Der Nevigeser Brunnen, eines der wenigen Wahrzeichen der Stadt, soll bald abgerissen werden, weil die Obrigkeit sich das (fünf Jahre lang) so ausgedacht hat. Im September gehts angeblich los: Brunnen weg. Baum weg. Laternen weg. Alles weg, was den Charme dieses Platzes ausmacht.

Viel trinken, wenig bewegen, die Füße hochlegen, leichte Kleidung – am besten aus Baumwolle, kein Alkohol, kein Tanz, kein Kamasutra, kein Aufenthalt in der prallen Mittagssonne. Gut (aber bei 30 Grad etwas zu dick)  angezogene Pilgerinnen vor dem Kloster in Neviges. Etwa  2000 Leute oder 4000 ... (WAZ / WZ) und riesige Mengen Wellwurst bei der Wallfahrt der Nieder- und Oberschlesier.

Vermutlich kommen die Herren vom Bau heute erst mal nicht zum beliebten Montagsbohren, weil der gestern bei Regen weggeflogene Bauzaun aufgehoben werden muss. Erfreulich für die Anwohner am historischen Kirchplatz in Neviges, die sich seit Monaten nur noch in Zeichensprache verständigen können.