1.12.22

Noch was: Die katholischen Gemeinde in Neviges bleibt wegen der Bedeutung der Marienwallfahrt auch zukünftig eine Pastorale Einheit. Heißt nix anderes, als dass sich die 4 Franzosen aus dem Kloster nicht in anderen Gemeinden mit Personalmangel abrackern müssen, sondern sich auf das Dorf konzentrieren können, und zwar auch mit Jobs, an die man erst mal nicht denkt: Zum Beispiel: Marketing, Öffentlichkeitsarbeit, Kunstförderung, Jugendarbeit, Grünanlagenpflege, Musik, Touristenaquise und dergleichen. Auch Weihnachtsmärkte, Tiersegnungen, Einbrüche und Butterbrotpapiergeschichten landen in der Presse und in den Sozialen Medien. Dass der Dom weltweit bekannt ist, bekannter als beispielsweise das Rathaus in Velbert, ist inzwischen klar wie Kloßbrühe. Hier ein feines, einfaches Rezept für Samstag. 
Foto (bearbeitet): Marienwallfahrt

Kennen Sie den schon (und den Autor des Witzes)? "Mein Vater war zweimal in seinem Leben in der Kirche: als er getauft wurde, und 1926 beim Platzregen.“ Stand neulich erst auf diesem Blog. (Kleine Hilfe: Zettelkasten.) Na? Klingelts?

Einmal leer. Immer leer. Ist kein Fluch. Ist Marktwirtschaft. Zu teuer, zu klein, zu groß, zu weit weg vom pulsierenden Leben, falsche Straßenseite, falsche Branche, hohe Nebenkosten, doofe Lage, doofe Nachbarn, zu laut, kein Parkplatz vor der Tür oder Bushaltestelle, keine Teeküche, feucht, kein Internet, Staffelmiete, zugeklebt. Es gibt mehr als 1000 Gründe, warum Mietverträge in Neviges nicht zustande kommen. Aber warum? Darum.

Aus Ladenlokalen Wohnungen zu friemeln oder Büros oder Matratzenlager ist auch ziemlich beknackt. Und zwar optisch. Es gibt einige Beispiele, die jeden Ästheten zum Alkoholiker machen oder auf die Fünfte bringen können, aber es gibt auch ein wenig Hoffnung: Der Laden von Frau Ziemßen beim Rimpel und die kleine Schneiderei gegenüber sind gelungene Lichtblicke. Die Flickschusterstaße dazwischen natürlich nicht, aber das ist ein ganz anderes, sehr ärgerliches Thema, klicken Sie mal in/auf diese unglaubliche Scheiße.

So, jetzt ist das auch geklärt: Der Name der neue Pizzeria am Franzosen-Kloster hat alles, was Touristen und Pilger aus aller Herren Länder erwarten und verstehen können: Ein Apostroph und – Englisch. Hat nichts mit der für Mozartliebhaber mega nervigen House-Music zu tun, oder doch? 4⁄4-Takt mit 110 bis 130 Beats in der Minute kann die Wartezeit auf frisch gezapfte Pils erheblich verkürzen, wenn man mit 6 oder 8 Leuten an Tisch oder Bar gleichzeitig mit den Fingerspitzen heftig trommelt. Genug geschwafelt: Herzlich willkommen. Das ganze Dorf freut sich.
Foto (bearbeitet): Michael


30.11.22

Solch ein niedliche Entwurf ist nicht zum Zuge gekommen, als die Bäume noch da waren. Schade, wäre günstiger gewesen als die Grünzeug-Steckwand, die angeblich 60 000 Euro (ohne Pflanzen) gekostet hat. Menge Holz. Manneken Pis wäre auch eine Möglichkeit gewesen (den hätte sich der komplette Stadtrat (70 Leute) sogar vorher auf einer Fortbildungsreise mit dem TGV erster Klasse ansehen können), aber so wie es jetzt ist, ist es immerhin geschlechtsneutralgrün. – Platz Im Orth.

So kann man sich sehen lassen, wenn die Steuerfahndung, der Gerichtsvollzieher, der Sperrkassierer, der Heizungsinstallateur, die Spione von der Gez, die Briefträgerin oder der freundliche Paketzusteller klingeln: Ring aus Italien (2 Euro) Hausmantel von Netto aus reiner Baumwolle, kochwäschegeeignet (12 Euro). Morgen, verehrte Leserinnen und Leser, folgt ein Bericht vom Wochenmarkt mit einem Foto oder zwei vom neuen Obst- und Gemüsestand. Vorausgesetzt, der ist wieder da.

Keine schlechte Idee so ein Schild, besonders mittwochs. Die einen haben mittwochnachmittags auf, die anderen, haben zu, und noch unübersichtlicher ist es bei den Kneipen: Montags ist es ganz schlimm. Da bleibt nur Flaschenbier oder zuhause mal was essen. Merkwürdigerweise haben die meisten Friseure montags auf. Ganz schön durcheinander alles.
 

Ich werd verrückt, da passiert ja wirklich was, schrieb gestern Abend eine Leserin per WhatsApp. Viel ist nicht zu erkennen auf ihrem im Gehen gemachten Foto, aber der Name an der Tür: MEKS Pizzeria. Und dass gearbeitet wird, sieht man auch. Erst vor Kurzem hatte Toni das Restaurant im katholischen Pilgerviertel aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben. Schräg gegenüber rechts in Richtung Graf Hardenberg tut sich auch was. Was: unbekannt, hoffentlich was Gutes. Das Lokal stand übrigens jahrelang leer. Handyfoto (danke n.o. bearbeitet

29.11.22

Diese Nevigeserin mit Migrationshinterteil steht im Alten Bahnhof auf der Theke (vermutlich Griechin). Heute ab 17 Uhr geöffnet und weniger los als übermorgen, Sie ahnen es schon. Bester Platz ist links hinter der Eingangstür (Heizung) mit Blick auf den Bildschirm, wenn nicht gerade ein Tor fällt und alle aufstehen um sich zu umarmen. Übrigens: Sehr guter Espresso, wenn Nico da ist, sonst unterschiedlich.

Der Pizza-Shop neben dem Hähnchen-Spielplatz sucht einen Nachfolger. 120 Quadratmeter, 1650 Euro im Monat, 3300 Euro Kaution. Hier hat „Gyros Gott“ Lefti (waz) damals, als der Laden noch brummte, gutes Geld verdient. Im Sommer konnte man ohne Reservierung draußen kaum einen Platz kriegen. Im Winter war innen alles rappelvoll. Mehr Infos zum Miet-Objekt und einige Fotos vom hervorragenden Übergabezustand (es ist viel investiert worden) gibts bei eBay-Kleinanzeigen.


Gehts irgendwann mal weiter im Rommelssiepen (hier zwei Fotos aus dem Jahr 2016)? Oder bleibt alles so (wie auf dem Foto aus dem Jahr 2022, klicken Sie mal)? Sonst was zu melden? Ja, ein Winterspielplatz für Kinder in der Velberter Leerstandgalerie. Gute Idee, wenn die Kleinen mal mitkriegen, was die Großen so alles in den Sand setzen.

Edit: "Ungesund für Kinder", schreibt gerade eine Mutter per WhatsApp aus dem Homeoffice: "Kinder sollten draußen bei Wind und Wetter spielen. Uns hat’s nicht geschadet“.

Das Nevigeser Heiligabend-Menü für Arbeitgeber (die Geschäfte laufen mies, weil die Gehälter angeblich viel zu hoch sind für Austern, Hummer, Trüffeln und dergleichen), besteht aus einem einzigen leckeren Gang. Das Nevigeser Heiligabend-Menü für Arbeitnehmer (die Einkommen reichen kaum aus für Obst und gute Butter vor dem Verfallsdatum) besteht auch aus einem einzigen leckeren Gang. Bei Arbeitgebern wird auf Pappe serviert (weiß der Teufel, was sie dem eingeladenen Betriebsrat und den Mindestlohnmalochern damit sagen wollen), bei Arbeitnehmern gehts feiner zu: Serviert wird auf Weihnachts-Porzellan von Doris und die Heizung wird aufdreht.


28.11.22

Lieblingsfoto (es gibt noch viele andere …): „Wir saßen draußen vorm Café Monsieur M, als unser Nachbar aufkreuzte und nach einer "Aktiven" fragte und sich zu uns setzte. Netter, freundlicher, immer anlass- und stilvollgekleideter Mann (nie ohne Hut), der stundenlang Geschichten erzählen konnte, die er zur Hälfte erfand, weil in Neviges schon damals nicht allzuviel passierte. Die meiste Zeit des Tages verbrachte er am offenen Fenster seiner Wohnung gegenüber". – Fußgängerzone.

Wer schlechte Laune kriegen will, guckt sich bei Gelegenheit mal Schloss Hardenberg und die Umgebung an. Seit rund zwei Jahrzehnten ist das Gebäude Spielball verschiedener Interessen und – Dauerbaustelle. Warum? Darum. Kein Wunder, dass die Nevigeser nicht mehr an Versprechungen glauben. Wer einmal flunkert, okay, das kann man durchgehen lassen, aber bis in alle Ewigkeit? Der Dom, nur mal zum Vergleich, wurde in rund zweieinhalb Jahren gebaut. 80 Personen arbeiteten damals gleichzeitig an dem inzwischen weltberühmten Betonklotz.

Auch Post bekommen von den Stadtwerken und sich gewundert, dass Bert Gruber per procura so alles an Listen und Zahlen beigefügt hat? 3 ausgedruckte Seiten im digitalen Zeitalter? Und warum Preiserhöhungen neuerdings Preisanpassungen heißen? Mit EEG-Umlage, KWK-Zuschlag, §19 StromNev-Umlage, AbLav-Umlage und solchen Sachen kann man doch nix anfangen, oder? Wofür der Aufwand und das gemeine Zahlengewusel? Wäre es nicht einfacher zu schreiben: „Sie haben bisher soundsoviel bezahlt und sollten ab Januar soundsoviel bezahlen, bitte klicken Sie hier; danke für Ihre Zustimmung“?

Und sonst so? Deutschland ist wieder im Spiel und kann ein Weiterkommen ohne spanische Hilfe schaffen. Die Jungs müssen Donnerstag nur noch mehr (!) rackern und 8:0 gegen die „Ticos“ aus Mittelamerika gewinnen. Könnte klappen, wenn der Hansi (gebürtiger: Hans-Dieter) den gefeierten "Killer-Kicker" mit der Zahnlücke wieder einsetzt und so weiter.  Die Innenstadt von Neviges war übrigens gestern um 8 so leergefegt wie sonst sonntags um viertelnachacht, wenn der Tatort beginnt. Und nicht nur hier: Das Fußballspiel guckten gestern 17,05 Millionen Fernsehzuschauer (Marktanteil 49,3 Prozent). Ansonsten: Freut Euch auf den Lebendigen, gesungenen Adventskalender. Hier noch einmal die Stationen:

2.12. Tessa Ziemssen
3.12. Wohnzimmer
6.12. Bimbilandia
7.12. Sander Design
9.12. Katis Fashion

10.12. Eiscafé San Remo
13.12. Maiers City Schuh
14.12. Partyservice Saß
16.12. Weinhandel Stellwag
17.12. Hanis Eiscafé
20.12. Bimbilandia
21.12. LVM Richter
23.12. Stadtbücherei

27.11.22


Natürlich kann man Geschenke kaufen, Glühwein trinken, Bratwurst essen, wie überall auf den Märkten, aber darum gehts nicht, auf dem katholischen Weihnachtsmarkt: Es geht um Besinnlichkeit, vorweihnachtliche Freude, Gemeinschaft, den Dom im Hintergrund sehen – und Wärme. Die sogar doppelt: Eine Feuerstelle mit Bänken zum Aufwärmen in der Mitte des Platzes und eine wohltuend temperierte Wärmestube (das Pilgerzentrum) mit Kaffee und Kuchen aus ehrenamtlicher Produktion. Es sind die Kleinigkeiten, die auffallen: Beheizte Toilettenanlage (kein Dixi), Geschirr und Besteck (kein Plastik) und feine Musik von 2 Saxophontalenten, die mehr draufhaben als Weihnachtsmusik. Heute (letzter Tag) von 11 bis 18 Uhr.




 

Geburtstagskind des Tages: StefanoPapà, lavora in  gelateria da Maria su a Tönisheide, capelli sempre in ordine, età sconosciuta (dovrete chiederlo alla mamma quando se ne presenterà l'occasione). Congratulazioni e auguri ...) Edit: 36


Bevor es hier weiter mit Neuigkeiten und/oder Gerüchten geht, gibts auf dem Neviges Blog einem Stuhl aus Velbert: Helles Holz, buttercremefarbiges Kissen mit etwas Grau, bequemer als jeder Küchenstuhl von Eames. Interessiert Sie nicht? Kann man verstehen. Hier eine grobe Übersicht über die meistangeklickten Themen 2022 auf diesem Blog:


– Todesfälle
– Überfälle, Einbrüche, Unfälle
– Neueröffnungen 
– Stadtfeste, Veranstaltungen
– Leerstand, Geschäftsaufgaben
– Verspätungen (Bahn, Bus)
– Ruhender Verkehr
– Gastronomie
– Mariendom, Wallfahrt
– Fußgängerzone
– Einzelhandel
– Wochenmarkt
– Baustellen 
– Umwelt, Natur
– Werbegemeinschaften
– Kunst
– Wetter  
– Politiker

Meistangeklickter Beitrag in diesem ereignisreichen Jahr war die Todesnachricht von Wolfgang Schwarze im November ("Unser Lieblingsmensch vom Wochenmarkt ist nach einem Schlaganfall und kurzem Klinikaufenthalt in Wuppertal Barmen friedlich im Kreis seiner Familie und seiner Frau Hanna eingeschlafen"). Seltener angeklickte Beiträge als früher waren Beiträge über Politiker, denen man immer weniger zutraut (das zeigt sich auch an den E-Mails und WhatsApp-Nachrichten, die täglich eintrudeln. Tenor: Die reden nur, machen aber nix für Neviges). Beliebtestes Einzelhandelsgeschäft ist die Buchhandlung Rüger, beliebtester Einzelhändler ist Mesut. Öfters gelobt als früher wird die Wallfahrt, kaum Verständnis hat man für unterschiedliche Öffnungszeiten in Handel und Gastronomie.
Aktuelle Zahlen zu diesem Blog:

– Aufrufe gestern 1273
– Aufrufe November (hochgerechnet) 34 000 bis 35 000
– Aufrufe gesamt 3 176 440 (die 3 steht für Dreimillionen)

 

26.11.22

Schon was vor heute, außer Waschanlage, Lidl, Aldi, Mesut, Netto, Bügeln, Treppenhaus, Suppeaufsetzen? Ab 15 Uhr ist Weihnachtsmarkt vor dem Mariendom. Kommt, lasst uns froh und lustig sein, was trinken und naschen, und danach zum mittelalterlichen Weihnachtsmarkt vor Schlosswirdniefertig. Im Wohnzimmer ist auch viel los: Andreas (Acki) Löbbecke kommt.


Guckt Euch das mal an. Die Grüne Wand hinter der Sprudelplatte, als es noch einen richtigen Brunnen und richtige Bäume und noch keine Steckwand gab. Die Perspektive täuscht, könnte man sagen (unter uns: extra so aufgenommen, 35 mm, da kann man das abbilden, was einem wichtig erscheint), aber so sah es eben aus. Alles echt, Natur pur (kein Rendering) und nachhaltig.