Wer in Neviges reich werden will, sollte nicht in die Politik gehen (zur Zeit sind alle gut bezahlten Jobs vergeben), sondern sich mit Hochbau, Tiefbau oder Treppenbau beschäftigen und Mercedes fahren. Hochbau ist lukrativ (siehe Foto eines Bauunternehmers), Tiefbau auch, schon weil man alle paar Monate alles wieder aufreißen darf (ihr erinnert euch sicher an die ewige Baustelle im Rommelssieben in den letzten Jahren), Treppenbau und Treppensanierung haben Zukunft, weil es offensichtlich niemanden gibt, der mal eben eine evangelische Friedhofstreppe reparieren kann oder will.
Die Treppe zum Grab ihrer Mutter, schreibt Martina auf Facebook, war angeblich schon bei der Beerdigung im Januar gesperrt und ist es immer noch. Ein Treppenexperte: "Vielleicht sollte man eine japanische Treppenbaufirma einfliegen lassen, die machen das in drei Tagen. Aber Vorsicht: Treppen müssen sorgfältig geplant werden, das kann künstliche Intelligenz, gezeichnet werden, das kann jedes CAD-Programm, gerendert werden, damit sich die Behörden etwas vorstellen können, berechnet werden, genehmigt werden, ausgeschrieben werden, ins Sondervermögen passen oder bar bezahlt werden, und bis alles unter Dach und Fach ist, ist Weihnachten.
Wie schwierig das Thema ist, zeigt das neue Treppenhaus vor Schloss Hardenberg. Die Behörden finden den Entwurf schön, alle anderen nicht. Herr Lukrafka, Träger einer Augenbinde für Neutralität, hält sich klugerweise raus, ein Architekturstudent aus Ratingen meckert: Wenn das wirklich gebaut wird, wechsle ich zum Schmuckdesign-Studium. Ich will was Schönes machen in meinem Leben und mit so was nichts zu tun haben.
Treppe am Friedhof.Foto (bearbeitet):
Martina / Facebook