4.4.25


Neues Parteilokal der Genossen in der Fuzo. Viel Rot, sauberer Text (meinen die das ernst mit "Zuhören" und "Machen”?), gute Lage in der Fuzo. Die rote Vermieterin kann ihr Glück wohl kaum fassen: Kein Friseur, kein Nagelstudio, kein Versicherungsmakler, kein Hörgeräteladen, aber ein Stützpunkt für ihren Volker, der Bürgermeister werden will – da muss man den Wählern, die nicht um die Ecke laufen wollen,  schon entgegenkommen. 

Eine Fotografin, vermutlich CDU-Wählerin: Einzelhandel wäre mir lieber, eine Malerin, vermutlich SPD-Wählerin: Mir auch, aber so sind nun mal die Zeiten. Ein Beobachter: Wenn alle Parteien ein Büro in der Fußgängerzone aufmachen würden, dann wäre der Leerstand vorbei und wir könnten unsere Managerinnen von gegenüber vor die Tür setzen. Ob Volker da mitmachen würde als Sozialdemokrat?



Hochsaison bei Doris am Rommelssiepen
Ostern kann kommen ...

Die taffe Tierschützerin verkauft in und vor ihrem Geschäft allerlei Schönes und Selbstgebasteltes für kleines Geld und spendet den gesamten Erlös dem Tierschutz. Ihr Osterangebot – es gibt alles, was man zum Fest braucht, außer gekochte Eier (die gibt es demnächst von den politischen Parteien in der Fuzo) und Gottes Segen. Den gibt es täglich von 9 bis 17 Uhr im Mariendom und an Ostern besonders feierlich. Termine folgen.

Tipp für Doris-Besucher: Wenn Isabells Flitzer, ein Fiat 500, vor Doris Laden steht, ist Doris Trödelmarkt im Laden, wenn sie mal nicht da ist, findet man sie im Eiscafé der Hannis. Mal ist Hans Werner dabei (der nette von der MLPD), mal ihre fleißigen Helferinnen, ohne die der Laden nicht zu stemmen wäre. Garantiert viel los ist donnerstags, wenn Wochenmarkt ist und alle aus der Umgebung kommen, außer unsere Politikern, die nur kommen, wenn Wahlkampf ist, und der hat bereits begonnen.

Was gibts noch? Grüße einer Leserin dieses Blogs von der Nordsee. Tolles Buntbild (bearbeitet), ruhiger als in Neviges, noch ruhiger, aber mehr Wind bei schönstem Wetter. Grüße zurück – !

Das war sie, die gedruckte Tageszeitung, die jahrelang täglich frisch gedruckt in unserem Briefkasten am Kirchplatz steckte, weil Nachbarin Ute sie abonniert hatte und wir anderen mitlesen durften. Am 17. Oktober ist Schluss, zumindest wochentags. Die Printausgabe wird eingestellt, es bleibt eine Wochenendausgabe und ein hervorragendes digitales Angebot, das nicht nur links auf die Welt schaut, sondern auch ohne Bezahlschranke angeboten wird. Wer noch nie reingeklickt hat, findet hier die heutige Ausgabe.

Und sonst: Morgen ist langer Samstag bei Kati. Geöffnet ist von 10 bis 18 Uhr und es wird einiges geboten. Link hier. Und sonster? Das SPD-Parteibüro ist in die Fußgängerzone gezogen, und zwar in Utes Laden. Gemeint ist die "rote Ute? von der SPD und nicht die Ute vom Kirchplatz, über die demnächst hier berichtet wird.

Samstagnachmittags-
Shopping bei Kati

3.4.25


Der nächste Leerstand. Diesmal Im Orth, diesmal besonders schade, weil der Besitzer einiges vor hatte ... und die Sachen, Antiquitäten und allerlei Trödel aus dem letzten Jahrhundert, jetzt fehlen. War immer schön, wenn seine Marilyn Monroe oder Monroes (er hatte oft mehrere im Laden) uns auf dem Weg zum Hähnchenstand oder zur Naturfleischerei Janutta anlächelten.

Vorbei. Bekannt wurde der leidenschaftliche Sammler durch seine Gaststätten, in denen er Kaffee und Kuchen und vieles mehr in seinem ungewöhnlichen Ambiente servierte. Fernsehen und Zeitungen berichteten regelmäßig …

Und sonst? Die aus der Fernsehsendung "Bares für Rares" bekannte Möbel-Aktivistin Esther Ollick war nach kurzer Zeit wieder weg ("Neviges war nix für sie") nur Jürgen Heringhaus hielt es länger aus in Neviges, nämlich 35 Jahre. Sein Laden in der unteren Elberfelder Straße war „der" Wallfahrtsort im Wallfahrtsort, allerdings nur an Sonn- und Feiertagen. Jetzt ist er Rentner.

Kinder an die Macht? Gute Idee von Herbert (hier sein astreines Lied), aber es gibt eine viel bessere Idee: Kinder ins Museum. Denn die Arbeiten der Kleinen überraschen und begeistern die, die was von Kunst verstehen und Kunst lieben, immer wieder. 

Was der Nachwuchs diese Woche bereits auf der Sprudelplatte geschaffen hat, übertrifft wieder einmal alle Erwartungen. 

Hier weitere Werke:




Schade, dass die Bilder beim nächsten Regen weg sind. Hoffentlich gibts immer wieder neue in diesem Sommer ... Picasso hat mal gesagt: Jedes Kind ist ein Künstler. Das Problem ist nur, ein Künstler zu bleiben, wenn man erwachsen ist. 

2.4.25

Ach, ist das alles schön: Das schöne Wetter, das schöne Café in der Altstadt, die schönen Luftballons vor dem Blumenladen und die schönen Blumen im Laden. Wenn alles offen ist, ist es immer schön in Neviges, besonders am Mittwochnachmittag, wenn die einen auf und die anderen zu haben.

Doch was steht da vor den Luftballons und passt so gar nicht in die Idylle der Fußgängerzone? Ein Lieferwagen. Das ist völlig in Ordnung, wenn er Schrittgeschwindigkeit fährt – oder auch nicht. Denn die Nevigeser Fußgängerzone ist auch eine Einbahnstraße und die geht nun mal in Richtung Fußgängerampel zu Stellas Außengastronomie und nicht in Richtung Gassmann, was eigentlich 50 Euro Maut kostet. Eigentlich. Aber hier nicht, weil selten jemand da ist, der kassiert.

Der Blumenladen ist sehr hübsch geworden und hat sich an die Spielregeln gehalten: Luftballons am Eröffnungstag. Man kann nur hoffen, dass es den Betreibern gelingt, die Herzen der Nevigeser und Nevigeserinnen zu erobern. Tipp an die Velberter: Besucht unser Dorf vor der 50-Jahr-Feier, ihr wollt doch wissen, was gefeiert wird. Oder?

Wer in Neviges reich werden will, sollte nicht in die Politik gehen (zur Zeit sind alle gut bezahlten Jobs vergeben), sondern sich mit Hochbau, Tiefbau oder Treppenbau beschäftigen und Mercedes fahren. Hochbau ist lukrativ (siehe Foto eines Bauunternehmers), Tiefbau auch, schon weil man alle paar Monate alles wieder aufreißen darf (ihr erinnert euch sicher an die ewige Baustelle im Rommelssieben in den letzten Jahren), Treppenbau und Treppensanierung haben Zukunft, weil es offensichtlich niemanden gibt, der mal eben eine evangelische Friedhofstreppe reparieren kann oder will. 

Die Treppe zum Grab ihrer Mutter, schreibt Martina auf Facebook, war angeblich schon bei der Beerdigung im Januar gesperrt und ist es immer noch. Ein Treppenexperte: "Vielleicht sollte man eine japanische Treppenbaufirma einfliegen lassen, die machen das in drei Tagen. Aber Vorsicht: Treppen müssen sorgfältig geplant werden, das kann künstliche Intelligenz, gezeichnet werden, das kann jedes CAD-Programm, gerendert werden, damit sich die Behörden etwas vorstellen können, berechnet werden, genehmigt werden, ausgeschrieben werden, ins Sondervermögen passen oder bar bezahlt werden, und bis alles unter Dach und Fach ist, ist Weihnachten.

Wie schwierig das Thema ist, zeigt das neue Treppenhaus vor Schloss Hardenberg. Die Behörden finden den Entwurf schön, alle anderen nicht. Herr Lukrafka, Träger einer Augenbinde für Neutralität, hält sich klugerweise raus, ein Architekturstudent aus Ratingen meckert: Wenn das wirklich gebaut wird, wechsle ich zum Schmuckdesign-Studium. Ich will was Schönes machen in meinem Leben und mit so was nichts zu tun haben.

Treppe am Friedhof.
Foto (bearbeitet):
Martina / Facebook





Wenn Kühe und Hühner ständig hin- und herlaufen, hat das sicher was mit der Zeitumstellung vor drei Tagen zu tun. 

Wenn Kunden ständig hin- und herlaufen, hat das sicher was mit der Orientierungslosigkeit im Netto zu tun. Man findet einfach nichts mehr.

Mal liegen der Camembert links in Richtung Fleischwurst, mal rechts in Richtung Vollmilch. Mal liegen liegen die Chinasuppen bei den anderen Konserven, mal hinter den Aufback.Brötchen. Mal liegt das Speiseeis im Tiefkühltregal in Richtung Kassen, mal in einer Tiefkühltruhe hinter dem Kohlrabi, der mal links hinter den Birnen, mal rechts bei den Tomaten oder ist gar nicht da, wie der Primitivo aus Italien, der letztes Jahr noch dort stand, wo heute die Pizzen sind.

Auch vertikal kann man was für sich tun: Mal liegt das Gesuchte in der Sichtzone, mal in der Greifzone, mal in der Bückzone und mal in der Streckzone. Ganz schön heftig für Ältere – aber nicht ungesund. Ein Kardiologe: Wahnsinn, man zahlt Unsummen für Bewegung in der Muckibude und hier regt man sich über 800 Meter Aufwärmen auf. Ein Psychiater: Mir ist aufgefallen, dass die Leute nach dem Einkaufen ständig ihr Auto in der Tiefgarage suchen – der Mensch ist ein Gewohnheitstier.

Nervig: Kundenstopper
vor dem Margarineregal


 

1.4.25

1.April 2019
 

Heute ist Hochzeitstag auf dem Kirchplatz. Er macht das Frühstück und sie muss abends nicht kochen. Erst gehts zum Papiercontainer, dann zur Eröffnung des Blumenladens hier in der Altstadt, danach zum Hochzeitstagsgeschenk (woher wird nicht verraten, nur soviel: es kommt aus Neviges), vielleicht in die Duckomenta und zu Kaffee und Kuchen in Velberts schönsten Café (das mit den vielen Torten) und dann kocht die Enkelin ein Hochzeitstagsfestessen.  

Das Paar hat sich vor 15 Jahren im Wartebereich des Velberter Krankenhauses kennen gelernt und ist seitdem unzertrennlich. Erster Gratulant bei der Hochzeit vor sechs Jahren, war übrigens der Mann auf dem Kühlschrankbild. Anna: Nicht meine Partei, aber – ein Netter. Den Hochzeitstag haben sich beide ausgesucht: "Kann man nicht vergessen“.

Glück, hat Anna einmal gesagt, ist wenn mein Amore mich vom Bus abholt. Schöne Definition, nicht schlechter als die von Harald Juhnke, die man heute sicher in den Zeitungen lesen kann: "Keine Termine und leicht einen sitzen."

Kühlschrankbild:
"Ein Netter"


Einer von uns – und was für einer: Heiko von der Schlippen hat heute Geburtstag. Man trifft auf Uwes Minigolfpatz am Grill, bei Filmproduktion und auf den großen Bühnen dieser Welt. Oder im Krankenhaus. 

"Mein Gesicht", sagt er, "ist nicht fürn Arsch, sondern vom Arsch". Nachdem er bei einem Auftritt bei Till Lindemann lichterloh brannte, lag er ein Jahr in einem Bundeswehrkrankenhaus und bekam ein neues – von seinem Hinterteil.

Heiko ist Feuer-Stuntman und angeblich etwas ruhiger geworden. Wenn er sonntags am Grill seine Geschichten erzählt, kann man ihm stundenlang zuhören. Zu seiner Currywurst sagte er einmal einem Gast aus Dortmund: "Kann du essen – mach ich auch. Wenn dem Koch oder seinem Hund das eigene Essen schmeckt, sollte man nicht lange überlegen.“ 

Heiko bei Facebook. 7.600 Follower.

31.3.25

Neues Werk in der Nevigeser Vorhanggalerie. Künstler unbekannt, da hilft die Google-Bildersuche auch nicht weiter, aber wer sich auskennt, kann den Künstler oder die Künstlerin vielleicht einordnen. Die Galerie, die sich auf keine Richtung festgelegt hat (mal sind die Bilder ganz nett, mal sind sie großartig), macht richtig Spaß und macht auch Sinn in einem Ort, in dem die Kunst kaum beachtet wird. Wo auch? Es gibt kein Museum, der ehemalige Kunstverein Brachland existiert nicht mehr.

Aber es gibt Hoffnung, dass Karola Teschler, eine international wirkende Künstlerin aus Neviges, bald ein neues Projekt im Pilgerviertel realisiert. Frau Teschler hat 2003 das internationale Künstlernetzwerk "European Artists eV“ gegründet, das in Neviges durch viel beachtete Ausstellungen im Mariendom bekannt wurde. Mehr zu ihren Projekten finden Sie demnächst hier.

Zurück zur Vorhanggalerie: Der Betreiber der Galerie in der Fußgängerzone hat aus einem ehemals leerstehenden Ladenlokal etwas Einzigartiges geschaffen, das in Deutschland seinesgleichen sucht. Immer nur ein Bild, kein Verkauf, keine Beratung, keine Kunstveranstaltungen für einen kleinen Kreis von Kennern mit Sektempfang und langen Reden, sonder Kunst für alle. 

Rommelssiepen am Kirchplatz. 

Das sieht schon mal ganz gut aus. Jetzt muss nur noch der Maler kommen und die Vergangenheit wegpinseln, dann der Schildermaler mit einem Z im Gepäck, dann der Büroeinrichter, dann der Umzugswagen ... und dann hat Neviges einen Leerstand weniger. 

Die Neuen tragen keine weißen Kittel, sind im Dorf bestens bekannt, und weil sich herumgesprochen hat, dass sie weder Taschentelefone noch Matratzen verkaufen, kann man zufrieden sein. Chef der Neuen ist Jens Klein, der zur Zeit noch in Petras ehemaligem Blumenladen zu Hause ist.

Edit: Eröffnung am 1. Juni.


Schluss mit den Gerüchten um den Blumenladen in der Altstadt: Neue Tapete, frische Blumen, neuer Name: "Roxis Blumen“. Nicht zu vergleichen mit dem Grünzeug bei Netto, denn es gibt Beratung, handwerkliches Können, Pflegetipps, passende Karten für jeden Anlass – und die Lage ist einzigartig in Neviges. 

Was jetzt noch fehlt (was immer fehlt, wenn ein Laden überleben soll) sind Kunden, die kaufen, weil sie es zu Hause schön haben wollen oder weil sie etwas Sinnvolles verschenken möchten. Kennen Sie die tolle Geschichte von Gunter Sachs und Brigitte Bardot? Googeln Sie mal: Suchbegriff: gunter sachs brigitte bardot blumen.

Eröffnung morgen um 10 Uhr.

Lesenswert, wenn Sie 
Blumen verschenken wollen:

30.3.25

Und sonst? Wetter passt heute nicht wirklich zum Sommeranfang: grauer Himmel (etwa Ral 7035, aber heller), leichter Regen vorhin, ungemütliche Temperatur, aber unserem Sonnenschein aus Langenberg scheint das egal zu sein. Wie immer gut gekleidet, inzwischen mit Bart. 

Im Hintergrund: die Buchhandlung Kape in der Langenberger Altstadt.  Das Foto hat Mesut gemacht. Apropos Kape und Mesut: Wer bei Kape Bücher bestellt, kann sie später bei Mesut abholen.

Überraschung? Ja, denn wer gedacht hat die SPD schickt wieder einen aussichtslosen Kandidaten ins Rennen um das Bürgermeisteramt, wird eines Besseren belehrt. Volker Münchow will den Job und er könnte es schaffen, schließlich ist er kein Unbekannter, im Gegenteil. Münchow ist gut vernetzt, hat Erfahrung auf Landes- und Kommunalebene, engagiert sich ehrenamtlich – und wie … hat noch keinen Scheiß zugelassen wie die Stadtgalerie oder wie das angeklatschte Treppenhaus am Nevigeser Schloss.

Gewählt wird am 14. September, und dass es nicht leicht wird für ihn, ist klar. Bürgermeister Lukrafka hat alle wichtigen Posten der Stadt mit seinen Leuten besetzt, ist sehr beliebt, sonst würde er nicht immer wieder gewählt, aber mit den richtigen Themen, einem guten Team im Rücken und einer guten Agentur und viel Insta, Facebook und Einsatz für die Nebenstadtteile scheint nichts unmöglich. Münchow ist übrigens fünf jJahre jünger als unser Demnächst-Bundeskanzler.  
Foto: Stadtfest in Neviges 2021

Heute Morgen: Erst die Küchenuhr, dann Brötchen aufbacken, dann die Schlafzimmeruhr, dann die Wohnzimmeruhr, dann die Pilgeruhr, dann die Armbanduhr, dann die Badezimmeruhr, dann die Zigarette, dann der Espresso, dann noch eine Zigarette und noch ein Espresso, dann die Nachrichten, dann aufs Klo und dann ist Sommerzeit.

Ob es dann 8 Uhr oder 10 Uhr ist, spielt keine Rolle, solange man keine Kuh ist, die pünktlich gefüttert oder gemolken werden will.

Die Zauberflöte gestern im Forum Niederberg.
Veranstalter: Velberter Kulturlöwen / Landestheater Detmold 

Wie immer perfekt organisiert von den Löwen, wie immer toll gespielt von den Detmoldern. Zum Stück gibt es nicht viel zu sagen, wer es nicht kennt, klickt hier, zur Inszenierung schon: Großes Orchester mit rund 30 Leuten, großer Chor, 16 Darsteller, sparsames, tolles Bühnenbild (allein die verzinkten Särge waren den Besuch wert), tadellose Lichttechnik und Akustik, und wer dachte, das Schloss vor Papagenos Mund sei eine Idee der Velberter Schlüsselindustrie: Falsch gedacht.

Eine Tönisheiderin nach der Vorstellung: Wir kannten die Oper schon von Aufführungen in Wien und Prag (oder sagte sie: Leipzig?), aber an das moderne Bühnenbild muss ich mich erst gewöhnen: Eine Nevigeserin: alles märchenhaft, auch die Kostüme der Männer, die (aus Sparsamkeitsgründen?) teilweise viel Bein und Unterwäsche zeigten, ein weiterer Besucher: tolle Stimmen, herausragend: Johanna Nyllund als Prinzessin Pamina.

Und sonst: viele Jugendliche und Kinder im Publikum, nicht ganz ausverkauft, gemeint sind die billigen hinteren Plätze, stehender Applaus am Ende – und noch eine Überraschung, eigentlich keine Überraschung: in Velbert Mitte war nach der Vorstellung mehr los als am Samstagabends in Neviges. Tipp von Vito Pacciello: die Kneipe neben Café Extrablatt. 
Foto (bearbeitet): Landestheater Detmold

29.3.25


Es ist soweit: Die Spielhalle in Neviges (kann man auch mit ö schreiben) hat für immer geschlossen. Gott sei Dank, getrommelt und gepfiffen, sagen die einen, ich will mein Geld, mein Girokonto und meine Frau zurück, sagen andere. Die Frage ist nur, was wird aus dem Laden? Ein Jugendzentrum? Ein Atelier für den Graffiti-Nachwuchs? Eine Außenstelle der Polizei? Ein Seniorentreff? Der nächste Leerstand, wie nebenan die Waage und der W8-AUF-Kiosk? Wir werden sehen ...

Apropos Spielsucht und wie sie enden kann: 
Meine Frau Anna hat letzte Woche zum ersten Mal in ihrem Leben Lotto gespielt, weil sie mir zum Hochzeitstag am 1. April eine kleine Freude machen wollte und mir eine Leica M schenken wollte, die nur schwarz-weiß kann, aber rund 17.500 Euro mit Objektiv kostet. Annas Lottoschein hat übrigens nur 1,70 Euro gekostet. Trotzdem: Rausgeschmissen Geld. 

Glück in der Liebe ist schön, aber ein Lottogewinn für so eine Leica wäre auch schön gewesen..



Es gibt sie noch, die schönen Autos, die den Menschen Freude machen, die Fahrer, die stolz auf ihr Schätzchen sind, und man denkt: Man kommt auch mit 45 PS durchs Leben, wenn man pflegt, was man hat, überall tanken kann und eine Werkstatt kennt, die etwas mehr drauf hat als einen Diagnosecomputer anzuschließen. 

Dieses Auto, damals wie heute der Porsche für Genussfahrer, war gestern in Neviges. Bitte achtet auf die feinen Details: die Radkappen, den eleganten Außenspiegel, den flotten Türgriff, die runden Scheinwerfer, die Stoßstange ohne Plastik und Elastik.




 

Kann man machen, aber warum ausgerechnet im Wonnemonat Mai? Warum nicht gleich jetzt oder zu Silvester, wenn alle aufhören wollen, wegen der gelben Gardinen, der gelben Zähne und Finger, der stinkenden Oberlippenbärte und der Kippe danach, die den Gutenachtkuss für nichtrauchende Teilnehmer  zur Qual macht?

Mit den guten Vorsätzen ist es wie mit den Versprechungen der Obrigkeit, die oft nicht eingehalten werden. Wer aufhören will, soll nicht lange drüber reden, sondern aufhören oder eben nicht. Bei dieser Gelegenheit: Wann kommen eigentlich die versprochenen Bänke für die Fuzo, die Bäume vor Mario und Hani und der Masterplan Licht?

28.3.25

Eine von uns.
Anna Molitor, geb. Vinci, hat soeben einen eigenen Blog mit ihren famosen Buntstiftzeichnungen veröffentlicht. Sie zeichnet seit Jahren immer nur eine Person im Stil großer Meister. Ihr Blog mit dem Untertitel "Amore è Vederti dappertutto“ zu deutsch: "Liebe ist, Dich überall zu sehen!“ ist eine Liebeserklärung, wie sie schöner nicht sein kann. Inspirieren lässt sie sich die Künstlerin von Künstlern, die Kunstgeschichte geschrieben haben. 

Ihre Bilder sind nie größer als Din A4, damit sie ihre Bilder überall malen und in ihrer Wohnung am Kirchplatz aufbewahren kann. Ihre nächste Studienreise (alle Künstler nennen ihren Urlaub Studienreise) führt sie nach Paris. Sie will unbedingt die Mona Lisa ihres Ururonkels im Louvre malen. Danach gehts für vier Wochen ins Sommer-Atelier nach Manduria am Stiefel-Absatz und zwischendurch immer wieder ins Museum Ludwig neben der berühmten Kirche, die noch größer ist als unser berühmter Mariendom.

Anna, Dreiviertelstelle im Krankenhaus, gute Köchin, immer noch Italienerin, obwohl seit Jahren deutsche Staatsbürgerin und Nevigeserin, hat zur Zeit eine Ausstellung in der Nevigeser Treppenhaus-Galerie, die mit fünf Quadratmetern und 2,3 Metern Höhe wohl die kleinste Galerie Deutschlands ist.

Wichtiger Hinweis für alle, die die Welt mit dem Handy betrachten: Annas Blog sieht nur auf einem großen Bildschirm gut aus und auf dem Handy dagegen gar nicht. Empfehlung: Die Einstellung „Webversion anzeigen“ anklicken. Und öfter mal vorbeischauen. Annas Seite ist noch nicht fertig und wird regelmäßig aktualisiert.

Bild von Annas Ururonkel
neu interpretiert

Ab Montag im Handel oder jetzt schon im Sternerestaurant in Neviges abholen: Ein stolzer Besitzer, Hobbykoch und Gourmet: Sascha Stembergs Werk mit 80 Rezepten zum Nachkochen und Genießen, ist das einzige Kochbuch, das ich in meiner Küche dulde. Ein zweites und drittes Buch verschenke ich an meine beiden vegan lebenden Freunde, damit die auch mal bunt auf weiß sehen, was sie im Leben so verpassen. 

Foto oben: Seite 138 mit Schweineschulter, Apfel, Blutwurst und Radicchio (Bildquelle: Verlag), Foto unten Sascha Stembergs erste Exemplare (Bildquelle: Haus Stemberg). Beide Bilder bearbeitet.

Apropos Kochen: Die bunten Ostereier vom Wochenmarkt sind besser als ihr Ruf. Sie lassen sich besser pellen als selbst gekochte und sind unter der Pelle nicht gelb, grün, rot oder blau. Hobbyköchin Anna vom Kirchplatz: Ich habe gestern 20 für meinen Amore und für mich gekauft. Acht sind bereits weg. Wir essen immer zuerst die grünen und die blauen, weil die roten und die gelben besser zu den Tulpen auf unserem Esstisch passen. Apropos Tulpen: Keine guten Nachrichten vom 200 Euro-Laden, wenn man den Gerüchten glauben darf. Dazu später mehr. Korrektur (29. März): Gute Nachrichten. Der Laden ist wieder auf.

Sascha Stemberg
aus Neviges



 

Foto oben: 
Typisch Mann. Morgens um halb acht Krach machen und die Leute aus dem Bett treiben. Ist das Laubblasen in Wohngebieten vor 9 Uhr nach der aktuellen Geräte- und Maschinen-Lärm-Schutz-Verordnung nicht verboten? 

Foto unten:
Da können sich die Krachmacher in Neviges ein Beispiel nehmen. Keine Hausfrau und kein Hausmann käme auf die Idee, freitagmorgens mit 95 Dezibel den Dreck vom Wohnzimmer ins Schlafzimmer und von dort wieder ins Wohnzimmer zu pusten. Ein einfacher Besen reicht.


Besser, gründlicher,
leiser ...
Noch besser: 100 cm 
breiter Straßenbesen 
von Amazon für 21,90 Euro

Foto (bearbeitet): Amazon

27.3.25

Eine von uns: Sandra Kathi Papenburg, besser bekannt als Sanni, lässt sich nicht gern fotografieren, wenn sie lacht, sondern wenn sie nur ganz wenig lacht, siehe Foto. Gut gelaunt ist sie allemal, fleißig auch – und immer auf der Suche nach neuen Ideen für ihr Geschäft, das gut läuft, weil sie ständig diversifiziert. Mal ist es Schmuck, mal sind es Kameraschlaufen, mal Handtaschen, mal Deko aller Art, mal Postkarten von Neviges, und alles neben der Arbeit in ihrem Büro.

Sanni: Ich will nicht den ganzen Tag im Büro sitzen, sondern abends sehen, was tagsüber durch meine Hände gegangen ist. Wenn der Bürojob mich geschafft hat, putze ich meine Wohnung und bin danach auch glücklich. 

Sanni, Reiterin, Sängerin, Fingerfood-Zauberin, Dekorateurin, Hübschmacherin, hat gerade ein Schaufenster in der Passage gemietet (sie sagt: mein Lädchen), kooperiert mit unserer Kati vom Klamottenladen und wird demnächst was in Richtung Catering auf die Beine stellen und (was viele nicht wissen) sie ist Zeckenflüsterin, wahrscheinlich die einzige in Deutschland. Sanni: Da mach ich was Großes draus ...

Sanni lacht:
Deutschland erste
Zeckenflüsterin: "Da
mach ich was draus"