15.1.26

Heute ist Tag der Extrawurst

Und? Irgendwo eine abgestaubt? 

Netto? 
Janutta? 
Kuhlendahl?

Wahrscheinlich nicht. Man muss auch nicht alles mitfeiern. 

Und hier schon mal gar nicht. Es geht nämlich nicht um einen Feiertag, sondern um den Kinostart des Spielfilm „Extrawurst” mit  Hape Kerkeling, Christoph Maria Herbst und Fahri Yardim. Also um Reklame. Der WDR 5 (im Wohnzimmer) berichtete nix, der WDR 4 (im Badezimmer) direkt nach den Nachrichten.

Der Himmel über Neviges

Nicht übel für einen Donnerstag im Januar. Laut Kachelmann (Multi-Modell) und Wetter-Online steigen die Temperaturen. Sogar der Wind lässt nach. Heute 8 Grad, morgen 9 Grad und Samstag sogar 10 Grad. Das ist noch kein Frühling, aber im Vergleich zu letzten Donnerstag toll. 

Tipp für alle, die den Frühling nicht abwarten wollen: Frühlingsrolle beim Asiaten neben dem Griechen.

Die weiteren Aussichten: Kasseler vom Schweinerücken oder Nacken, hauseigene Salami, frische Kalbsleber und Sauerkraut, Schinkenfleischwurst (mit und ohne) beim Kuhlendahl auf dem Wochenmarkt.

Worum gehts?

Hausarrest für alle, die bei Amazon etwas bestellen, nämlich alles, was man in Neviges nicht mehr kaufen kann, z.B. Tinte oder Tusche oder eine einfache Klobürste. Warten auf den Paketboten, ohne die Möglichkeit, das Haus zu verlassen, weil es sonst einen Zettel gibt und sonst nix. Nicht fünf Minuten, wie manchmal beim Mesut, sonder den ganzen Tag und oft bis 22 Uhr. Nennt Amazon „Zeitfenster". Das hässlichste, beschissenste Wort seit Erfindung des Einzelhandels.

Warten auf den Backofen


Warten beim Arzt, beim Frisör, vor der Fleischtheke, vor dem Klo, vor der Kasse, an der Ampel, auf den Bus, auf die S-Bahn, auf die nächste Beförderung, auf einen Kindergartenplatz, auf den nächsten Streik, auf die Rente, auf den Briefträger, auf die Liebe, auf ein Wunder, auf eine Audienz beim Papst, auf Glatteis, auf den Paketboten, auf ein Dankeschön, auf ein Bitteschön, auf den Frühling, auf Vollmond, auf das Wochenende, auf Haarausfall, auf ein Wicküler, auf den Brötchenmann (kommt heute), auf ein neues Handy oder einen neuen Backofen aus China, auf ein frisch bezogenes Bett, auf den Steuerbescheid, auf Mahnungen, auf einen Lottogewinn, auf einen Termin im Servicebüro, auf Ostern, auf den Schwangerschaftstest, auf Ferien.


Es gibt sinnvollere Möglichkeiten den Tag zu verbringen – vor allem, wenn man Durst oder Hunger hat. In der Waage am Nevigeser Busbahnhof musste man früher nicht ewig warten, sondern nur kurz klingeln. Ein Pils oder ein Glas Fusel war schneller da als ein belegtes Mettbrötchen.

Foto oben: Gleis 1
Foto unten: Gleis 2

14.1.26

Neu

Heute wechselt der Neviges Blog vom Blocksatz (links- und rechtsbündig) zum linksbündigen Flattersatz. Vorteil: Es muss nicht immer nachgebessert werden – mal ein Wort weg, mal eins dazu – und Sätze müssen nicht mehr umformuliert werden. Außerdem sind unschöne Trennungen nicht mehr erforderlich.

Für die Leser ist das von Vorteil, denn die Lesbarkeit ist auf allen Endgeräten besser, nicht zuletzt, weil sich der Umbruch den verschiedenen Breiten anpasst. Sie merken es kaum, aber es macht Sinn.

Urlaub geplant?

Absagen, stornieren, umbuchen.

Besuchen Sie 42553 Neviges: Eine Minigolfanlage (Foto), ein katholischer Felsen, zwei Kneipen, vier Restaurants, zehn Läden, zwei Eisdielen, vier Cafés, ein Metzger, zwei Hotels, ein Kloster, ein Bäcker, ein Wochenmarkt, ein Andenkenladen, ein Freibad. Und wenn Sie mal so richtig die Sau rauslassen wollen: eine Rennpiste in der Altstadt.

Sie erholen sich garantiert.

Termine

Weihnachtsbaum-Entsorgung:
Die Technischen Betriebe Velbert holen Tannenbäume noch bis Ende Januar ab. Es werden ausschließlich ungeschmückte Bäume entsorgt, die gut sichtbar neben der eigenen Biotonne liegen müssen. – Kostet nix..

Sekt geht aufs Haus:
Der Neujahrsempfang der katholischen Kirchengemeinde findet am Sonntag, den 1. Februar, in der „Glocke” statt. Beginn ist nach der Familienmesse im Mariendom um 10 Uhr. Es werden die neuen Gremienmitglieder vorgestellt. Außerdem geht es um die Zukunft der gemeindeeigenen Gebäude. Sekt geht aufs Haus. Über einen Beitrag zum Mitbring-Buffet würde man sich freuen.

Jürgen Sehnbruch:
Der 14. Januar stand immer dick im Kalender. Frank Sehnbruch und Udo Lindenberg erinnern an den Velberter Messebauer und Elefantensammler Jürgen Sehnbruch. Sehnbruchs Messebau-Unternehmen „Fair International” (später „Fair Group”) befand sich lange Zeit im Industriegebiet Röbeck. Später dann als Planungsbüro im Wuppertaler Schloss Lüntenbeck.

Jürgen Sehnbruch
Don Elefante

Foto: Frank Sehnbruch
Facebook

13.1.26

Warnung vor dem Frühling

Jeder Köpper im Freibad ist sicherer – auch vom Fünfer –, als dieser Startblock auf der Sprudelplatte. Wird angeblich von einem Schmerzbold nur dann aufgestellt, wenn sich der Beginn der Saison im Panoramabad aus irgendeinem Grund verzögert. Das Schachbrett, das keines ist (9 × 9 Felder), kann man besser zu Fuß überqueren. 


Betti hat Geburtstag

Hier mit Eiffelturm-Salami. 
Je dünner geschnitten, desto besser schmeckt sie. Und desto klarer und deutlicher kann man den Eiffelturm in Paris sehen. Durch die Salami – vom Kirchplatz aus. 

Man muss bei Janutta also gar nicht groß herumreden und alles kompliziert und umständlich machen („sehr dünn“, „ganz dünn“, „hauchdünn“, „seidenpapierdünn“) sondern einfach nur um eine Lage Eiffelturm-Salami bitten. 

Glückwunsch nach Köln / Tanti auguri

Der bekannteste Nevigeser ist Langenberger








Vorname: Hans, Nachname: weitgehend unbekannt (dabei soll es auch bleiben). Alter: immer jung. Beruf: mehrere. Nebenbeschäftigung: Verkleiden. Freunde: viele. Maßschneider: geheim, sonst könnten ja alle so schick rumlaufen. 


Vor Jahren hieß es, er spiele abends Theater in Bochum, aber das war wie viele andere Gerüchte Unsinn. Hans spielt tagsüber Theater. In der Fuzo. Dafür wird er geliebt und verehrt.

12.1.26

Glatt heute?

Oder warum sind die Schulen alle geschlossen? Es gab sehr unterschiedliche Prognosen, je nach Wetterdienst. 

Radio Neandertal um 8: „Halb so schlimm im Kreis Mettmann. Die Städte haben gute Arbeit geleistet.” Ein Blick in den Kühlschrank bestätigt das: Keine Vereisung, keine Rutschgefahr.

Kann sich Berlin in Neviges wiederholen?

Anna vom Kirchplatz: „Im Prinzip ja.“ Und wenn ja, kommt es darauf an, dass man gut darauf vorbereitet ist. Ein Leser dieses Blogs: „Personen mit ein paar Extra-Kilos auf den Rippen sind klar im Vorteil – dem Walross ist in der Arktis schließlich auch nicht kalt.“ 

Also: Haut heute so viel rein, wie ihr vertragt. 
Üppig frühstücken und dranbleiben …

Abnehmen durch Spanplatte

Sieht aus wie eine Scheibe Toastbrot, ist aber in Wirklichkeit ein Stück Spanplatte, mit der man nichts falsch machen kann, wenn es im Sommer rank und schlank in die Ferien gehen soll. Hat man lange dran zu knabbern.

Abnehmen durch Überfluss

Abnehmen für die Ferien am Strand, aber Mutti serviert fürs zweite Frühstück mal wieder eine halbe Metzgerei? Statt einer Scheibe Serrano-Schinken 250 Gramm, statt einem gekochten Ei fünf, statt einem Brötchen vier. Und dann auch noch die üblichen fünf Portionen „Karli Kugelblitz Haselnuss”-Dessert.

Man kann aber tatsächlich davon abnehmen:
 
Ein Familienmitglied: „Das ist mir alles zuviel.
Ich pack erst gar nix an. Müsste kotzen, wenn ...“

11.1.26

Anna hat Röstis gemacht

Italienisches Rezept:
Kartoffeln von Mesut (!), grobgeschnibbelt, auf ein Geschirrtuch gelegt, kräftig ausgewrungen, ein Teelöffel Mehl, zwei Löffel Parmesan, Pfeffer, Salz, Knoblauch. Und dann in den Backofen. Etwas Olivenöl auf die Form, etwas obendrauf. 180 Grad, 40 Minuten. Kleine Portionen, wie Reibekuchen. Danach kommt Schnittlauch drauf und saure Sahne. Schmeckt besser als es auf dem Foto aussieht.

Noch etwas: 
Morgen ist Reibekuchentag bei Sondermann von 12 bis 17 Uhr, wie jeden Montag. Es gibt Apfelmus und – Geschmack der Kindheit – Rübenkraut dazu.

Bild am Sonntag

Wintertag wie aus dem Bilderbuch. Immer noch kalt, aber Sonne. 

Vielleicht hier und etwas rutschig, aber damit kann man leben. Bester Aufenthaltsort tagsüber: Café Alma. Bester Aufenthaltsort später: Das eigene Sofa. Handy auf Flugmodus, Glas Wein in der einen und die Fernbedienung in der anderen Hand: Empfehlung eins: „Die Dinge des Lebens" mit Romy. Empfehlung zwei: Twin Peaks. Beide auf arte. 

Und danach: Suppe oder Röstis.

10.1.26

Typisch Kuh

Erst Milch spendieren und dann im Alter in der Pfanne oder im Topf landen. Den Hühnern gehts auch nicht besser. Erkenntnis: Tu Gutes und rede darüber, vernetz dich, sonst landest du im Alter in Vergessenheit oder im Ehrenamt. Vom Ehrenamt kann man nicht leben.

Typisch Promi

Zeigen wer man ist und was man hat. Schild: „Bin reich" oder „Mein Freund heißt Dirk" oder „Paketbote im Dienst” hinter der Windschutzscheibe reicht dicke. Das Ordungsamt ist für Ordnung zuständig. Nicht für Kindereien und Spielchen.

Typisch Hund

Immer betteln und fordern, in der Gewissheit, alles zu bekommen, was sie wollen. Ist das gerecht? Kommt darauf an, mit wem man sie vergleicht. 

Kinder haben auch Ansprüche. Zum Glück kann man die meisten mit Geigenunterricht, Sprachreisen nach Japan und Marken-klamotten aus Mailand zufriedenstellen. Oft reicht schon ein simples Taschentelefon für eine gute Klassenarbeit.

Typisch Frau

Immer in Sorge, dass es der Mann schön warm hat.

Und nach der Schicht geht es für einige erst richtig los. Kochen, Putzen, Bügeln, Aufräumen – und mit etwas Glück gibt es später noch etwas Netflix mit Salzstangen und einem Gläschen Fürst von Metternich – als Belohnung.

Typisch Mann

Kochen nur, wenn wichtige Gäste kommen – oder im Fernsehen mit Kochhaube und japanischen Premium Messerset. 

Putzen, wischen und Staubsaugen nur (!) wenn die ganze Stadt dabei zusehen kann. 

Zuhause? Eher selten. Fensterputzen, Bügeln, Spülen und Kartoffelschälen wird selbstverständlich gern delegiert.
Entertainer auf dem Wochenmarkt in Neviges.

9.1.26

Damals, damals kamen Die (!) Leute

Der bekannteste Boxer seiner Zeit hat sich vom bekanntesten Frisör aller Zeiten, vom Gerd aus Neviges, die Haare schneiden lassen. Max war Schwergewichtsweltmeister, Gerd war schlanker als heute und kam auch besser die engen Treppen hoch. 

Für Max schaffte sich Gerd eine extrascharfe Schere von André Courrèges an. Das Bild von Max und die Schere hingen bis zuletzt in seinem Verschönerungsladen am Kirchplatz. 
Foto: Nevigesblog-Archiv

Kein Neuschnee, wie angekündigt, aber ...


Ach, du liebe Zeit, ach, du liebe Zeit,

keiner hat mehr für die Liebe Zeit.  (Peter Handke)

8.1.26

Gänsehaut-Typografie

Nicht vom Grafik- oder Kommunikationsdesigner, sondern vom Schildermaler. Mit wenig Verständnis für „Alles in Helvetica”, dafür aber mit einem Gespür für Botschaften, die sofort verstanden werden – selbst von Kleinkindern und Mitbürgern mit kleinen Problemen in der deutschen Sprache. 

Wunderbar. Man sieht: Hier droht Gefahr.
Obere Wilhelmstraße am Stadtgarten. 

Willy Fleckhaus würde sich im Grab drehen, Wil Sensen würde vermutlich den Bart schütteln. Und Kurt Weidemann würde sich wahrscheinlich sogar ein Bier zapfen. Aber das zählt hier nicht.

Querlesen – und zwar so:

Man erfasst nichts, man versteht nichts, man behält nichts – kann aber großen Spaß haben in der Öffentlichkeit. Hohes Angeber-Potential, vergleichbar mit dem iPhone 17 oder einer besonderen Tasche, die man sich nur mit Klarna leisten kann. Oder mit dem Tragen von Stethoskopen in der Freizeit. 

Geeignete Bücher (für den Fall, dass jemand gucken möchte): Die weißen von Suhrkamp, die gelben von Reclam oder etwas in französischer Sprache. Camus geht immer, Kochbücher sind eher was für Anfänger.