19.2.26

SOS fehlt

Damals, als es noch „Tragbar” im Bahnhofsviertel gab, das Sozialkaufhaus von „SOS", konnten sich auch Geringverdiener etwas Besonderes leisten und sich überall damit sehen lassen. Hemd für zwei Euro auf „Thonet" für 970 Euro. Ein Stuhl, der bei der Anschaffung mal 150 Mark gekostet hat und jetzt wie ein Museumsstück behandelt wird: 

Nicht anfassen. Nicht draufsetzen. 

Vor einem Jahrzehnt setzte sich nämlich ein über Adorno philosophierender Philosoph auf den Stuhl – und dann hats  „Knack" gemacht. Danach war er unbrauchbar zum Sitzen, aber immer noch schön wie eh und je – wahrscheinlich der schönste Stuhl, der je hergestellt worden ist. Wenn kein Hemd darüber hängt, liegen heute Zeichnungen darauf.