23.1.20

Der Nevigeser Mariendom ist das Werk eines einzigen Mannes. Kein riesiges Architekturbüro, kein CAD – ein Bleistift, ein Rapi, eine Rasierklinge, ein paar skizzenhafte Zeichnungen, ein Modell, ein guter Statiker, der nicht alles kaputt rechnete, und ein blinder, fast blinder Bauherr, der die eingereichten Modelle des Architekturwettbewerbs abtastete und sich für die Skulptur des später weltbekannten Architekten aussprach.

Ob das wirklich so war, ist egal, 

Gottfried Böhm hatte das Vertrauen von Josef Kardinal Frings – und nutzte es. Der prämierte Entwurf war erst der Anfang. Die bis dahin fertigen Zeichnungen waren Anhaltspunkte, die großartigen Details wurden später entwickelt, und vieles wurde mehr oder weniger auf der Baustelle entschieden. Eigentlich sollte der Bau, so die Preisrichter, vereinfacht werden, Böhm machte das Gegenteil. – 1966 begannen die Bauarbeiten unter Protesten der Nevigeser Einwohner. Böhm hatte den Dom nach oben auf den Berg gelegt. Noch näher an der evangelischen Pfarrkirche dran ging nicht. Ein Affront. Die Protestanten tobten, die Einwohner demonstrierten, Böhm baute. So etwas hatte das mehrheitlich evangelische Kaff noch nicht erlebt. Ein Betonberg, ein »Affenfelsen«, ein grobes Gebilde ohne Kirchturm – das sollte eine Kirche sein? Die Menschen waren außer sich. Böhm ahnte vermutlich, dass er in die Geschichte eingehen würde, und übertraf sich selbst. – Jedes Detail kam von ihm: jede Tür, jede Türklinke, jeder Stuhl, jeder Handlauf, jedes Fenster, jedes Holzbrett, jede Treppenstufe, jeder Stein im Mittelschiff und in den Nebenräumen, die Lichteinfälle, die Akustik – nichts scheint willkürlich oder dem Zufall überlassen. »Der Böhm«, sagt Rosita, »war jeden Tag hier, kontrollierte alles, und wenn ihm etwas nicht gefiel – weg damit. Da wurde schon einiges abgerissen.« – 7500 Kubikmeter Beton wurden verbaut, über 500 Tonnen Stahl, und nach zwei Jahren (davon können Bauherren heute nur träumen) war der Berg fertig. Gewaltig: 50 Meter Länge, 27 Meter Breite, 34 Meter Höhe. Aus Beton. Beispiellos: das 2700 Quadratmeter große, vielfach gefaltete (inzwischen undichte) Dach, das auf den bis zweiundzwanzig Meter hohen Außenwänden liegt. 

Wer durch die schwere Eisentür des Haupteingangs geht, betritt einen Vorraum mit einer beängstigend niedrigen Decke. An der Wand ein Frühstücksbrettchen (»Bitte leise«) und dann die Offenbarung: Ein Marktplatz mit Straßenlaternen und nicht endenden Wänden, die sich zum Himmel strecken, einem Himmel aus Beton, den man erst wahrnimmt, wenn man sich an die Dunkelheit gewöhnt hat, und dann denkt: »Mein Gott, ist das schön in Neviges.« – Wie kann man sich so etwas ausdenken – und bauen? Wie kommt man auf diese gut erdachten Stühle mit Kniebänkchen statt der üblichen Kirchenbänke? Auf den schlichten Altarblock? Auf die in den Wänden eingelassenen Lautsprecher und Handläufe? Auf die vielen Formen, die sich irgendwie zusammenfügen? Wie kriegt man die vielen Verwinklungen, die Verschiedenheit der Fenster, die zerklüftete, dreigeschossige Empore, die höhlenartige Intimität der Marienkapelle, die fröhliche Sakramentskapelle mit dem Rosenfenster unter ein Dach? Wie schafft man einen Dom, der kein Abklatsch der bekannten, großartigen Kirchenbauwerke ist, sondern besser? 

Viele Jahre später: Der Dom ist undicht. Im Altarraum eine Blumenpottorgie, auf der Fassade eine aufgepinselte Rose, daneben ein verrostetes Ungetüm für Kerzen – und seit Jahren ein peinliches Gerangel ums Geld. Die Sanierung des Daches, kein großes Ding für ein weltberühmtes, einzigartiges Bauwerk, kostet ein paar Millionen, aber was ist das schon? »Die in Köln«, sagt jemand, »sollten sich was schämen, uns mit dem Dachschaden alleine zu lassen. Milliarden auf dem Konto und keinen Deut besser als die Bettler im Velberter Rathaus, die auch nur jeden Topf anpumpen können, weil sie sonst nix auf die Kette kriegen.« – Im Film Die Böhms war der Dom ungewöhnlich aufgeräumt. Der Meister, so munkelt man, war da, hat alles wegschaffen lassen, was sich angesammelt hatte. Die Blumenpötte, die Vasen, jedes schief liegende Gebetbuch, jeden Kerzenständer und jeden Pilger, der nicht ins Bild passte. Und die wenigen Nevigeser, die den Film gesehen haben, wunderten sich. »Geht doch!« – Gottfried Böhm, der große, inzwischen sechsundneunzig Jahre alte Mann, kam regelmäßig mit seinem Jaguar vorgefahren und guckte sich jede Veränderung an seinem Dom an, verhinderte aber weder die Rose auf der Fassade noch die »Kerzenkapelle« seines Sohnes Markus, der sich etwas austoben durfte, allerdings keine glückliche Hand hatte. Auch die Frühstücksbrettchen mit dem albernen Piktogramm ließ er durchgehen. Altersmilde? Oder keine Lust mehr, sich über jeden Blödsinn aufzuregen?
(Norbert Molitor: Im Kaff der guten Hoffnung. Piper Verlag)
Foto oben: wikipedia.org (bearbeitet)




Gottfried Böhm ist heute 100 Jahre alt geworden. Zuletzt war er 2019 in Neviges und hat die Sanierungsabeiten an seinem weltweit diskutierten Betongebäude mit kritischem Blick begutachtet. Sein Gotteshaus zählt zu den bedeutendsten Schöpfungen der Architekturgeschichte. 1986 erhielt er den renommierten Pritzker-Architektur-Preis. 1985 erdachte er die gläserne Kuppel über dem Berliner Reichstag. Die Idee wurde später von Norman Foster aufgenommen und umgesetzt.

28.4.18

Der Nevigeser Mariendom ist das Werk eines einzigen Mannes. Kein riesiges Architekturbüro, kein CAD – ein Bleistift, ein Rapi, eine Rasierklinge, ein paar skizzenhafte Zeichnungen, ein Modell, ein guter Statiker, der nicht alles kaputt rechnete, und ein blinder, fast blinder Bauherr, der die eingereichten Modelle des Architekturwettbewerbs abtastete und sich für die Skulptur des später weltbekannten Architekten aussprach. Ob das wirklich so war, ist egal, Gottfried Böhm hatte das Vertrauen von Josef Kardinal Frings – und nutzte es. Der prämierte Entwurf war erst der Anfang. Die bis dahin fertigen Zeichnungen waren Anhaltspunkte, die großartigen Details wurden später entwickelt, und vieles wurde mehr oder weniger auf der Baustelle entschieden. Eigentlich sollte der Bau, so die Preisrichter, vereinfacht werden, Böhm machte das Gegenteil. – 1966 begannen die Bauarbeiten unter Protesten der Nevigeser Einwohner. Böhm hatte den Dom nach oben auf den Berg gelegt. Noch näher an der evangelischen Pfarrkirche dran ging nicht. Ein Affront. Die Protestanten tobten, die Einwohner demonstrierten, Böhm baute. So etwas hatte das mehrheitlich evangelische Kaff noch nicht erlebt. Ein Betonberg, ein »Affenfelsen«, ein grobes Gebilde ohne Kirchturm – das sollte eine Kirche sein? Die Menschen waren außer sich. Böhm ahnte vermutlich, dass er in die Geschichte eingehen würde, und übertraf sich selbst. – Jedes Detail kam von ihm: jede Tür, jede Türklinke, jeder Stuhl, jeder Handlauf, jedes Fenster, jedes Holzbrett, jede Treppenstufe, jeder Stein im Mittelschiff und in den Nebenräumen, die Lichteinfälle, die Akustik – nichts scheint willkürlich oder dem Zufall überlassen. »Der Böhm«, sagt Rosita, »war jeden Tag hier, kontrollierte alles, und wenn ihm etwas nicht gefiel – weg damit. Da wurde schon einiges abgerissen.« – 7500 Kubikmeter Beton wurden verbaut, über 500 Tonnen Stahl, und nach zwei Jahren (davon können Bauherren heute nur träumen) war der Berg fertig. Gewaltig: 50 Meter Länge, 27 Meter Breite, 34 Meter Höhe. Aus Beton. Beispiel- los: das 2700 Quadratmeter große, vielfach gefaltete (inzwischen undichte) Dach, das auf den bis zweiundzwanzig Meter hohen Außenwänden liegt. – Wer durch die schwere Eisentür des Haupteingangs geht, betritt einen Vorraum mit einer beängstigend niedrigen Decke. An der Wand ein Frühstücksbrettchen (»Bitte leise«) und dann die Offenbarung: Ein Marktplatz mit Straßenlaternen und nicht endenden Wänden, die sich zum Himmel strecken, einem Himmel aus Beton, den man erst wahrnimmt, wenn man sich an die Dunkelheit gewöhnt hat, und dann denkt: »Mein Gott, ist das schön in Neviges.« – Wie kann man sich so etwas ausdenken – und bauen? Wie kommt man auf diese gut erdachten Stühle mit Kniebänkchen statt der üblichen Kirchenbänke? Auf den schlichten Altarblock? Auf die in den Wänden eingelassenen Lautsprecher und Handläufe? Auf die vielen Formen, die sich irgendwie zusammenfügen? Wie kriegt man die vielen Verwinklungen, die Verschiedenheit der Fenster, die zerklüftete, dreigeschossige Empore, die höhlenartige Intimität der Marienkapelle, die fröhliche Sakramentskapelle mit dem Rosenfenster unter ein Dach? Wie schafft man einen Dom, der kein Abklatsch der bekannten, großartigen Kirchenbau- werke ist, sondern besser? –Viele Jahre später: Der Dom ist undicht. Im Altarraum eine Blumenpottorgie, auf der Fassade eine aufgepinselte Rose, daneben ein verrostetes Ungetüm für Kerzen – und seit Jahren ein peinliches Gerangel ums Geld. Die Sanierung des Daches, kein großes Ding für ein weltberühmtes, einzigartiges Bauwerk, kostet ein paar Millionen, aber was ist das schon? »Die in Köln«, sagt jemand, »sollten sich was schämen, uns mit dem Dachschaden alleine zu lassen. Milliarden auf dem Konto und keinen Deut besser als die Bettler im Velberter Rathaus, die auch nur jeden Topf anpumpen können, weil sie sonst nix auf die Kette kriegen.« – Im Film Die Böhms war der Dom ungewöhnlich aufgeräumt. Der Meister, so munkelt man, war da, hat alles wegschaffen lassen, was sich angesammelt hatte. Die Blumenpötte, die Vasen, jedes schief liegende Gebetbuch, jeden Kerzenständer und jeden Pilger, der nicht ins Bild passte. Und die wenigen Nevigeser, die den Film gesehen haben, wunderten sich. »Geht doch!« – Gottfried Böhm, der große, inzwischen sechsundneunzig Jahre alte Mann, kam regelmäßig mit seinem Jaguar vorgefahren und guckte sich jede Veränderung an seinem Dom an, verhinderte aber weder die Rose auf der Fassade noch die »Kerzenkapelle« seines Sohnes Markus, der sich etwas austoben durfte, allerdings keine glückliche Hand hatte. Auch die Frühstücksbrettchen mit dem albernen Piktogramm ließ er durchgehen. Altersmilde? Oder keine Lust mehr, sich über jeden Blödsinn aufzuregen? (Norbert Molitor: Im Kaff der guten Hoffnung. Piper Verlag)

29.3.22

Der Nevigeser Mariendom ist das Werk eines einzigen Mannes. Kein riesiges Architekturbüro, kein CAD – ein Bleistift, ein Rapi, eine Rasierklinge, ein paar skizzenhafte Zeichnungen, ein Modell, ein guter Statiker, der nicht alles kaputt rechnete, und ein blinder, fast blinder Bauherr, der die eingereichten Modelle des Architekturwettbewerbs abtastete und sich für die Skulptur des später weltbekannten Architekten aussprach. Ob das wirklich so war, ist egal, Gottfried Böhm hatte das Vertrauen von Josef Kardinal Frings – und nutzte es. Der prämierte Entwurf war erst der Anfang. Die bis dahin fertigen Zeichnungen waren Anhaltspunkte, die großartigen Details wurden später entwickelt, und vieles wurde mehr oder weniger auf der Baustelle entschieden. Eigentlich sollte der Bau, so die Preisrichter, vereinfacht werden, Böhm machte das Gegenteil. – 1966 begannen die Bauarbeiten unter Protesten der Nevigeser Einwohner. Böhm hatte den Dom nach oben auf den Berg gelegt. Noch näher an der evangelischen Pfarrkirche dran ging nicht. Ein Affront. Die Protestanten tobten, die Einwohner demonstrierten, Böhm baute. So etwas hatte das mehrheitlich evangelische Kaff noch nicht erlebt. Ein Betonberg, ein »Affenfelsen«, ein grobes Gebilde ohne Kirchturm – das sollte eine Kirche sein? Die Menschen waren außer sich. Böhm ahnte vermutlich, dass er in die Geschichte eingehen würde, und übertraf sich selbst. – Jedes Detail kam von ihm: jede Tür, jede Türklinke, jeder Stuhl, jeder Handlauf, jedes Fenster, jedes Holzbrett, jede Treppenstufe, jeder Stein im Mittelschiff und in den Nebenräumen, die Lichteinfälle, die Akustik – nichts scheint willkürlich oder dem Zufall überlassen. »Der Böhm«, sagt Rosita, »war jeden Tag hier, kontrollierte alles, und wenn ihm etwas nicht gefiel – weg damit. Da wurde schon einiges abgerissen.« – 7500 Kubikmeter Beton wurden verbaut, über 500 Tonnen Stahl, und nach zwei Jahren (davon können Bauherren heute nur träumen) war der Berg fertig. Gewaltig: 50 Meter Länge, 27 Meter Breite, 34 Meter Höhe. Aus Beton. Beispiel- los: das 2700 Quadratmeter große, vielfach gefaltete (inzwischen undichte) Dach, das auf den bis zweiundzwanzig Meter hohen Außenwänden liegt. – Wer durch die schwere Eisentür des Haupteingangs geht, betritt einen Vorraum mit einer beängstigend niedrigen Decke. An der Wand ein Frühstücksbrettchen (»Bitte leise«) und dann die Offenbarung: Ein Marktplatz mit Straßenlaternen und nicht endenden Wänden, die sich zum Himmel strecken, einem Himmel aus Beton, den man erst wahrnimmt, wenn man sich an die Dunkelheit gewöhnt hat, und dann denkt: »Mein Gott, ist das schön in Neviges.« – Wie kann man sich so etwas ausdenken – und bauen? Wie kommt man auf diese gut erdachten Stühle mit Kniebänkchen statt der üblichen Kirchenbänke? Auf den schlichten Altarblock? Auf die in den Wänden eingelassenen Lautsprecher und Handläufe? Auf die vielen Formen, die sich irgendwie zusammenfügen? Wie kriegt man die vielen Verwinklungen, die Verschiedenheit der Fenster, die zerklüftete, dreigeschossige Empore, die höhlenartige Intimität der Marienkapelle, die fröhliche Sakramentskapelle mit dem Rosenfenster unter ein Dach? Wie schafft man einen Dom, der kein Abklatsch der bekannten, großartigen Kirchenbau- werke ist, sondern besser? –Viele Jahre später: Der Dom ist undicht. Im Altarraum eine Blumenpottorgie, auf der Fassade eine aufgepinselte Rose, daneben ein verrostetes Ungetüm für Kerzen – und seit Jahren ein peinliches Gerangel ums Geld. Die Sanierung des Daches, kein großes Ding für ein weltberühmtes, einzigartiges Bauwerk, kostet ein paar Millionen, aber was ist das schon? »Die in Köln«, sagt jemand, »sollten sich was schämen, uns mit dem Dachschaden alleine zu lassen. Milliarden auf dem Konto und keinen Deut besser als die Bettler im Velberter Rathaus, die auch nur jeden Topf anpumpen können, weil sie sonst nix auf die Kette kriegen.« – Im Film Die Böhms war der Dom ungewöhnlich aufgeräumt. Der Meister, so munkelt man, war da, hat alles wegschaffen lassen, was sich angesammelt hatte. Die Blumenpötte, die Vasen, jedes schief liegende Gebetbuch, jeden Kerzenständer und jeden Pilger, der nicht ins Bild passte. Und die wenigen Nevigeser, die den Film gesehen haben, wunderten sich. »Geht doch!« – Gottfried Böhm, der große, inzwischen sechsundneunzig Jahre alte Mann, kam regelmäßig mit seinem Jaguar vorgefahren und guckte sich jede Veränderung an seinem Dom an, verhinderte aber weder die Rose auf der Fassade noch die »Kerzenkapelle« seines Sohnes Markus, der sich etwas austoben durfte, allerdings keine glückliche Hand hatte. Auch die Frühstücksbrettchen mit dem albernen Piktogramm ließ er durchgehen. Altersmilde? Oder keine Lust mehr, sich über jeden Blödsinn aufzuregen? Norbert Molitor: Im Kaff der guten Hoffnung. Piper Verlag

Edit: Das Dach ist inzwischen dicht. Die Frühstücksbrettchen sind weg. Die Lautsprecher sind nicht mehr so elegant eingelassen, sondern Aufputz, also auf Beton.

29.1.15


Ab heute überall im Kino. "Die Böhms – Architektur einer Familie" von Maurizius Staerkle Drux. Mit Gottfried Böhm, Elisabeth Böhm, Peter Böhm, Paul Böhm, Stephan Böhm – und dem Mariendom in 42553 Neviges. Wird nicht in Neviges oder Velbert gezeigt, weil es in Neviges und in Velbert kein Kino gibt oder weil das Kaff mit anderen Sachen beschäftigt ist.

14.10.25

In Neviges kaum bekannt – aber ...



Jeder kennt den Mariendom von Gottfried Böhm, kaum jemand in Neviges spricht von Elmar Hillebrand († 8. Januar 2016), dem Kölner Bildhauer, der wesentliche Teile der Ausstattung des Domes beigesteuert hat. 

Die Mariensäule im Eingangsbereich (links) mit dem Gnadenbild, die Sakramentssäule hinter dem Altar (auch links) und der zentral positionierte Altar selbst, der an Schönheit und Schlichtheit nicht zu überbieten ist. Ein behauener Natursteinblock, der in der Nachmittagssonne glänzt wie kein anderer Teil der Ausstattung. Ein Meisterwerk. Bonders schön in Szene gesetzt wurde der Altar durch die Video-Sound-Instalation Pharus im November 2018. 

Bleibt noch die Frage, wer hat die Stühle für den Dom entworfen? Gottfried Böhm? Unbekannt. Vielleicht seine Frau? Auch unbekannt. Bekannt ist, dass der Dom ursprünglich keine Stühle haben sollte. Im Buch „1000 Chairs” von Charlotte und Peter Fiell findet man sie nicht.

Täglich geöffnet
von 9 bis 17 Uhr


12.11.25

Guten Morgen,

schon einmal darüber nachgedacht, mit der Familie, der Verwandtschaft oder Freundeskreis den Mariendom zu besuchen und sich alles erklären zu lassen? Ab zehn Personen ist das möglich, egal, ob Sie sich für den lieben Gott und die Geschichte der Wallfahrt oder für die großartige Architektur von Gottfried Böhm interessieren. 

Kostet vier Euro für Erwachsene und zwei Euro für Kinder. Die Nutzung des Kopfhörersystems „Tourguide” kostet einen Euro extra und stellt sicher, dass lautes Sprechen vermieden wird und die Teilnehmer alles verstehen können.

Zum Kleingedruckten:
nicht mehr als 58 Teilnehmer
keine Führungen sonntags und während der Gottesdienste
nur nach Anmeldung

Link zu allgemeinen Informationen

Der Pilger auf dem Foto zeigt den rechten Teil des berühmten Rosenfensters von Gottfried Böhm in der Sakramentskapelle. Es war wohl die Lieblingsarbeit des Meisters, der seine Familie und das Kindermädchen darin verewigt hat. Links. Oben links.
– – –

24.9.20

Svenja Meier von der SZ (nicht zu verwechseln mit der WZ) hat ein tolles Interview mit dem in Neviges und anderswo verehrten großartigen Baumeister Gottfried Böhm geführt, angeblich sein letztes, aber warten wir mal  ab. Böhm, inzwischen 100 Jahre alt, hat den Mariendom in Neviges gebaut. Seitdem ist das Kaff zwischen Wuppertal und Essen weltberühmt. Früher sagten die Nevigeser im Urlaub auf die Frage an der Bar, wo sie denn herkommen, schon mal Wuppertal oder Düsseldorf, Böhm hat das geändert. Neviges kennt inzwischen jeder. Hier der Link zum Interview, übrigens ohne Bezahlgedöns.

2.5.22

Der renommierte Architekur- und Böhm-Experte Steffen Kunkel führt am Sonntag, 8. Mai (Muttertag) durch den Mariendom. Gute Gelegenheit, mit Kind und Kegel mal wieder das berühmte Gebäude in Neviges zu besuchen. Eintritt nix, also sehr günstig, Treffpunkt um 16 Uhr am Franziskusbrunnen vor dem Kloster. Frage vorab an Herrn Kunkel: Hat Elisabeth Böhm, Ehefrau von Gottfried Böhm, am Dom mitgewirkt? Und wenn ja, in welchem Umfang? Foto (bearbeitet): Mariendom

24.11.19


Noch ist das undichte Dach nicht komplett saniert, und schon wird an den Außenwänden des weltberühmten Mariendoms in Neviges weitergearbeitet. Das Bauwerk von Gottfried Böhm (im Dorf auch Affenfelsen oder Backenzahn genannt) soll irgendwann den alten Glanz zurückerhalten. Ob Böhm das erlebt, der Meister wird in 2 Monaten 100 Jahre alt, ist ungewiss. 

16.10.25

Die Wahrheit


Jörg Ostermann hat das endlose Rätselraten um die Stühle im Mariendom endlich beendet. Die nicht kaufbaren Schönheiten wurden von Gottfried Böhm entworfen. Nicht für „Vitra” oder „Knoll International”, sondern exklusiv für seinen Mariendom.
 
Herr Ostermann hat die Wahrheit in einer Dissertation von Steffen Kunkel und im Deutschen Architekturmuseum gefunden. Foto oben: Entwurfszeichnung mit Korrekturen, Foto unten: „Böhm 100”, Ausstellung in Frankfurt anlässlich seines 100. Geburtstags.

Stuhl-Liebhaber (heute sagt man: Stuhlliebhabende, aber das streichen wir mal) werden viel älter als der Durchschnitt der Bevölkerung – ihr könnt euch also noch auf weitere Jahre „Neviges-Blog” einrichten, auch wenn die Nachrichten nicht immer so schön sind wie gestern.
– – –

2.5.18

Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki kommt am 10. Mai (Christi Himmelfahrt / Vatertag) nach Neviges. Erst, um 9 Uhr 30, zur alten Wallfahrtskirche neben dem Franziskanerkloster, dann gehts mit dem Gnadenbild zum Mariendom (Pontifikalamt mit Musik), und danach wird auf dem Pilgerparkplatz gefeiert. – Ein Tag später kommt noch ein Kölner: Architekt Peter Böhm hält einen Vortrag: »Der Mariendom als Höhepunkt in einer Reihe der Kirchenbauten von Dominikus und Gottfried Böhm«. 18 Uhr 30 in der »Glocke«.

22.1.18

Es tut sich was: Zum Geburtstag des Mariendoms von Gottfried Böhm (Pater Frank: »das ist Weltarchitektur und kein Betonklotz«) kommen Kardinal Woelki und Peter Böhm nach Neviges. Am Himmelsfahrtstag gehts los und dann gehts Schlag auf Schlag weiter: Filme (über die Bauzeit), Vorträge, Ausstellungen, Führungen, Lichtprojektionen und (endlich) eine eigene Mariendom-Facebookseite, die von der Stadt Velbert moderiert wird. Herr Bangert von der WZ (Artikel hier) war auf dem Neujahrsempfang der Gemeinde.

1.10.25

Vortrag: Von der Historie zur Moderne


Zum letzten Mal in diesem Jahr gibt es die Möglichkeit, die Vortragsreihe zur Geschichte, Architektur und Wallfahrt in Neviges zu erleben. Am Donnerstag, dem 2. Oktober um 19 Uhr geht es im Pfarrzentrum „Die Glocke” um einem Vortrag von Diözesanbaumeister a. D. Martin Struck über den Wandel von der Historie zur Moderne. Hört sich spannend an und ist sicher auch für Leute geeignet, die den Dom nicht mögen.

Wissen und Verstehen können Vorurteile abbauen.

Bezeichnungen wie „Affenfelsen”, „Backenzahn” oder „Bunker” klingen zwar lustig, werden jedoch dem einzigartigen Werk von Gottfried Böhm nicht gerecht. Kein Wunder, dass jährlich Tausende Architekturpilger Neviges besuchen. Martin Struck kannte Böhm seit seiner Jugend. Er hat sicher viel zu erzählen. 

Donnerstag, 2. Oktober
Tönisheider Straße 8
19 Uhr
Eintritt frei 
Anmeldung nicht erforderlich
Parken am S-Bahnhof
– – –

2.8.16

Wie ist eigentlich der Nevigeser Mariendom entstanden? Wie konnte Gottfried Böhm den Auftrag seines Lebens ergattern – und über sich hinauswachsen? Wer hat ihm geholfen bei der Vergabe? Wer hat am Wettbewerb teilgenommen? Was kam dabei heraus? Und warum war Böhm der Beste? Die Geschichte des Doms erzählt niemand besser und spannender als Alexius Turinsky auf der Webseite des Fördervereins Nevigeser Wallfahrtstätten. – Modell für Blinde.

18.3.18

Gottfried Böhm, hier sein katholischer Kindergarten vor dem weltberühmten Mariendom in Neviges, wollte vor 50 Jahren auch den Anbau des Pilger-Cafés Paaß bauen, kam aber nicht zum Zuge, weil die Chefin des Cafés mit den feinen Torten nicht wollte. Sie sagte ihm: »Herr Böhm, Sie sind ein toller Architekt, können aber nur kleine Fenster. Also vergessen Sie es«. – Pilgerviertel.

20.6.18

Die Zeitschrift »SommerZeit«, eine Sonderausgabe der Kölner Kirchenzeitung, hat mit Gottfried Böhm über den Mariendom (50) gesprochen: Böhm (98) würde gern noch mal eine Kirche bauen. »Ich liebe ja den Mariendom in Neviges, aber ich würde die Kirche heute anders bauen. Strenger, nicht so lebendig.«

6.1.26

Weltberühmtes Wahrzeichen



Zehntausende kommen jährlich nach Neviges, um die berühmte Wallfahrtskirche „Maria, Königin des Friedens", den Marienberg und den Kreuzberg zu besichtigen. Der Mariendom von Gottfried Böhm ist das Wahrzeichen der Stadt Velbert. Kein Ruhetag, keine Betriebsferien, täglich geöffnet von 9 bis 17 Uhr.

Prominenteste Besucher: Kardinal Woelki, Christian Wulf, Karol Wojtyła, Boris Charmatz, Kardinal Meisner, Kardinal Josef Frings, aber auch lokale Persönlichkeiten wie Emil Weise und Dirk Lukrafka – und immer wieder der Pritzker-Preisträger Böhm selbst mit seiner Familie, unzählige Fernsehteams aus aller Welt und viele bedeutende Architekten, Musiker und Künstler.




3.6.13


WDR 5 über Gottfried Böhm: Verzicht auf Dehnungsfugen, Wasser
im Dom – und wie es dazu kam, dass der Entwurf von Böhm, der im ersten Durchgang des Wettbewerbes durchgefallen war, trotzdem gewinnen konnte. Stadtgeschichten. *

2.11.19

Das Beste vor Weihnachten ist ein Besuch im Nevigeser Mariendom. Abschalten, Nachdenken (an nix denken), im Gesangsbuch blättern, ein Licht anzünden – und: Handy aus. Es gibt genug zu sehen. Der Dom von Gottfried Böhm ist das einzige Gebäude der Stadt (gemeint ist ganz Velbert mit allen Stadtteilen) mit Weltarchitektur.

Edit: Karl Kiem über das Bauwerk.

19.4.23

Worum geht es heute? Um Werbung. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz stellt den Mariendom in Neviges von Gottfried Böhm ins Rampenlicht und wirbt bundesweit mit Plakaten für erhaltenswerte und prominente Bauten der Moderne, Nachkriegs-moderne und Postmoderne. Manchmal, so schreibt die Stiftung, brauche es etwas Abstand, um zu erkennen, was erhaltenswert ist. Am rohen Sichtbeton zum Beispiel schieden sich von Anfang an die Geister. Das war (und ist immer noch) in Neviges nicht anders. Heute ist der Mariendom ein Denkmal-Star. 

Das A1-Poster kann hier kostenlos bestellt werden. Etwas groß für hinter dem Sofa, aber gerade groß genug für jede Amtsstube, jede Kantine, jede Schule und jedes Schaufenster in Neviges, Langenberg und Velbertmitte (auch oder gerade wenn es leer steht). Noch etwas zum Foto: Selbst zusammengefriemelt. Damit man sich vorstellen kann, wie das Plakat in anderen deutschen Städten für Neviges Reklame macht. Noch eine Bemerkung: Der Abriss des Nevigeser Krankenhauses war ein Fehler. Der Abriss von Uwes Kiosk wird einer. Man hätte auch im Kleinen Größe zeigen können.